Gleam Bike: Lasten einfach transportieren

Mit dem Gleam Bike kam im vergangenen Jahr ein neues Cargovelo in die Schweiz. Christian Rudin, Geschäftsführer des Importeurs Ruuf AG Cargomobil, hat sich mit einem Exemplar auf den Weg nach Basel gemacht. Hier konnte der durch viele Lastenrad-Kilometer gestählte Jérôme Thiriet, CEO der Kurierzentrale, das Gleambike probefahren. Wir haben die beiden zum Gespräch getroffen.

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Herr Rudin, Cargobikes gibt es ja schon so einige auf dem Markt. Weshalb braucht es Gleam?

C. Rudin: Bei «klassischen» Lastenvelos handelt es sich üblicherweise um zweirädrige Fahrzeuge. Die dreirädrigen Ausführungen, die es bereits gibt, sind meist starre Konstruktionen. Diese fahren sich ein wenig wie Motorräder mit Seitenwagen, sprich: Man kann sich mit ihnen nicht in die Kurve legen. Vom Fahrgefühl her ist das anfangs gewöhnungsbedürftig. Das Gleam Bike hingegen verfügt über eine spezielle Technologie, die eine Neigung ermöglicht und damit den Komfort und die Sicherheit erhöht. Da sich die Last hinten am Velo befindet, hat man immer freien Blick auf die Strecke und den Verkehr.

 

«Im nächsten Jahr kommt das Gleam-Bike für Private.»

Christian Rudin, Geschäftsführer Ruuf AG Cargomobil

 

In den klassischen Cargobikes, die über eine Transportbox vor dem Lenker verfügen, werden ja oft Kinder transportiert. Dafür dürfte das Gleam Bike eher nicht gedacht sein, richtig?

C. Rudin: Grundsätzlich wurde das Gleam Bike für den professionellen Einsatz entwickelt, also für den Warentransport von A nach B. Wir wissen aber auch: Das private Mobilitätsverhalten verändert sich sehr stark. Viele Familien in den urbanen Zentren verzichten bewusst aufs Autos und setzen auf alternative Lösungen. Deswegen kommt im nächsten Jahr das «Gleam-Bike für Private».

 

GLEAM wurde von einem Hersteller in Österreich entwickelt. Wie kam die Zusammenarbeit zustande?

C. Rudin: Die Kooperation hat im Sommer 2020 begonnen. Cargomobil ist nur einer unserer Geschäftsbereiche, den wir im vergangenen Jahr aber deutlich ausgebaut haben. Wir haben spannende Anbieter gesucht, mit deren Produkten wir unser bestehendes Sortiment sinnvoll ergänzen konnten. Dabei sind wir auf das Gleam-Bike gestossen. Wir verstehen uns als Lösungsanbieter in der City-Logistik. Uns geht es darum, dem Kunden wirtschaftliche Lösungen anzubieten, und dabei ist unser Hintergrund ein wichtiger Faktor.

 

Ihr Hintergrund? Was ist denn Ihr persönlicher Bezug zum Thema Mobilität?

C. Rudin: Ursprünglich bin ich Elektrotechniker und Betriebsingenieur. Den grössten Teil meines Berufslebens habe ich mit der Messeplanung verbracht, ganz am Anfang bei der Messe Basel und später bei anderen Veranstaltern, unter anderem für Logistikmessen. Zuletzt war ich zwei Jahre Geschäftsführer der Umweltarena in Spreitenbach, wo die Mobilität ebenfalls einen wichtigen Stellenwert einnimmt. Bis dann der Schritt kam, selbst unternehmerisch tätig zu werden.

 

«Für ein dreirädriges Cargobike ist das Gleam enorm agil.»

Jérôme Thiriet, CEO Kurierzentrale

 

Herr Thiriet, Sie haben das Gleam Bike getestet. Wie hat es sich für Sie angefühlt?

J. Thiriet: Wir testen regelmässig solche Fahrzeuge. Das Gleam hatte ich noch nie gefahren, deswegen war ich sehr daran interessiert. Es unterscheidet sich sowohl durch seine Wendigkeit als auch durch das grosse Fassungsvermögen deutlich von den meisten gängigen Modellen.

Ausserdem fällt das Gleam in die Kategorie «Pedelec», das heisst, dass man es nicht mit einer gelben Nummer fahren muss und entsprechend keine Zulassung erforderlich ist. Trotzdem bringt es als E-Bike genügend Power, um auch grössere Lasten durch die Stadt zu transportieren. Für ein dreirädriges Cargobike ist es dabei enorm agil.

Beim Gleam transportiert man die Last hinter sich. Ist das grundsätzlich die bessere Anordnung?

J. Thiriet: Die klassischen Frontlader mir zwei Rädern eignen sich eher für kleinere Lasten. Stehen die Fahrzeuge aber im professionellen Einsatz, wie bei uns in der City-Logistik, dann benötigt man relativ viel Ladefläche. Deswegen nützen wir eher dreirädrige Bikes mit hintenliegenden Ladeflächen. Man kann nicht sagen, dass ein bestimmtes System insgesamt besser ist. Die passende Lösung hängt immer von der jeweiligen Verwendung ab.

 

Herzlichen Dank für den angeregten Austausch. Wir beobachten auch weiterhin mit viel Interesse die spannenden Entwicklungen in der Mobilität.

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