️Was läuft gut?
Die über 1’600 Teilnehmenden aus Basel bewerten das Velofahren insgesamt positiv. Die Aussage «Ich kann hier gut Velo fahren» wurde auf einer Skala von 1 bis 6 mit 4.7 bewertet. Über alle abgefragten Kategorien geben die Velofahrenden Basel die Note 4.0. Besonders gut bewerten sie dabei:
- die gute Erreichbarkeit von Zielen,
- dass Velofahrende viele Einbahnstrassen auch in Gegenrichtung befahren dürfen,
- dass es wenig Konflikte mit Fussgängerinnen und Fussgängern gibt.
️Wo es noch hakt
Velofahrende kommen also zügig zu ihrem Ziel. Trotzdem gibt es klare Schwachstellen beim Komfort und der Verkehrssicherheit. Negativ beurteilten die Teilnehmenden insbesondere:
- Unsichere und unübersichtliche Kreuzungen
- Rücksichtsloses Verhalten im Verkehr durch E-Bike- und Autofahrende (z. B. zu wenig Abstand beim Überholen)
- Zu wenige sichere Veloabstellplätze, vor allem an Bahnhöfen
- Ungenügende Veloverkehrsführung bei Baustellen
Auch die Zahlen zu Unfällen und Diebstahl geben zu denken: Rund 15 % der Befragten gaben an, im letzten Jahr einen Unfall gehabt zu haben. Ebenso viele berichten von Diebstahl oder Vandalismus.
Warum viele aufs Velo verzichten
Nicht alle steigen gerne aufs Velo – häufig aus Angst. Dies zeigt die repräsentative Bevölkerungsbefragung von gfs.Bern, die ergänzend zur Online-Befragung durchgeführt wurde. 56 Prozent der nicht oder selten velofahrenden Menschen haben Angst vor Unfällen und 48 Prozent vor Diebstahl. Besonders grosse und stark befahrene Kreuzungen schrecken ab: 60 Prozent der Personen, die nie oder selten Velo fahren, geben an, dass es zu viele grosse und gefährliche Kreuzungen gibt. Auch 62 Prozent der Velofahrenden nehmen Umwege in Kauf, um solche Stellen zu vermeiden.
Wie es weitergeht
Klar ist: Wenn Basel seine Klimaziele erreichen will, muss der Veloverkehr weiter wachsen. Dafür braucht es eine Infrastruktur, die sicher, komfortabel und durchgehend ist, um auch diejenigen aufs Velo zu bringen, die sich heute noch nicht trauen.
Die gute Nachricht: Genau daran wird gearbeitet. Der Kanton Basel-Stadt möchte in den kommenden Jahren ein lückenloses Veloroutennetz schaffen – mit besonderem Fokus auf sichere Kreuzungen und genügend diebstahlsicheren Abstellplätzen.
Fazit
Basel ist auf einem guten Weg – aber noch nicht am Ziel. Die Auszeichnung als drittbeste Velostadt ist Motivation, weiter in eine sichere und attraktive Veloinfrastruktur zu investieren. Denn je wohler sich die Menschen auf dem Velo fühlen, desto mehr steigen aufs Velo.