Zu Fuss: die Stadt als Entdeckung
Baden in den Basler Brunnen
Der wohl baslerischste Weg, sich an einem heissen Tag abzukühlen: Steig in einen der historischen Brunnen. Was anderswo für Stirnrunzeln sorgen würde, hat in Basel Tradition. An vielen Plätzen der Altstadt laden steinerne Brunnen zum Verweilen im kühlen Nass ein, vom Münsterplatz über den Gemsberg bis zur St. Alban-Vorstadt. Pack deine Badehose oder deinen Badeanzug ein, setz dich ins Wasser und geniess den Blick auf die Altstadt.
Durch die Altstadt bummeln, als wärst du zum ersten Mal hier
Manchmal reicht ein Perspektivenwechsel. Lauf durch die Gassen der Grossbasler Altstadt, als würdest du sie nicht kennen: vom Marktplatz hinauf zum Münster, über den Rheinsprung mit seinem Kopfsteinpflaster, hinunter zur Schifflände. Ein Abstecher auf die Pfalz lohnt sich immer. Von der Terrasse hinter dem Münster schaust du über den Rhein bis weit ins Dreiländereck, und mit einem Glace in der Hand fühlt sich der Nachmittag sofort nach Ferien an.
Auf Entdeckungstour mit den Audio-Rundgängen
Wer die Basler Altstadt nicht nur sehen, sondern auch ihre Geschichten hören möchte, lädt sich die kostenlose App «Basel Audio Tours» aufs Smartphone. Fünf Rundgänge führen dich durch die verwinkelten Gassen, und jeder erzählt aus der Sicht einer berühmten Basler Persönlichkeit, von Erasmus über Paracelsus bis zu Jean Tinguely. Alle starten und enden am Marktplatz und dauern je nach Route zwischen einer und zwei Stunden. So entdeckst du in deinem eigenen Tempo Ecken, an denen du sonst einfach vorbeigegangen wärst.
Den Rhein hinuntertreiben und den Abend am Ufer ausklingen lassen
Kein Bild steht so für Basel wie die Menschen, die sich am Feierabend mit dem Wickelfisch den Rhein hinuntertreiben lassen. Genau das ist gelebtes Ferienfeeling. Du startest zu Fuss beim Museum Tinguely, packst Kleider und Handtuch in den wasserdichten Schwimmsack und lässt dich gemütlich flussabwärts treiben, vorbei an der Altstadtkulisse bis ans Kleinbasler Rheinufer.
Und wenn die Sonne tiefer steht, bleibst du am besten gleich dort. Das Kleinbasler Rheinufer verwandelt sich dann in eine einzige Sommerpromenade: Zwischen Johanniterbrücke und Mittlerer Brücke sitzen die Menschen auf den Treppenstufen und im Kies, die Füsse am Wasser und das gegenüberliegende Grossbasel im Abendlicht. So geht ein Sommertag zu Ende, an dem du die Stadt gar nicht verlassen hast, und das Fernweh legt sich von ganz allein.
Mit dem ÖV: ein bisschen weiter, ganz ohne Aufwand
Tierpark Lange Erlen
Die grüne Lunge im Nordosten der Stadt fühlt sich an wie ein Ausflug ins Grüne, ist aber in wenigen Minuten erreicht. Hirsche, Wildschweine und Luchse leben hier mitten im Wald, der Eintritt ist frei, und ringsum laden schattige Wege zum Spazieren ein.
Anreise mit dem ÖV: Mit dem Tram Nr. 2 bis zur Station Hirzbrunnen/Claraspital, danach rund einen Kilometer der Strasse «Im Surinam» folgen. Alternativ fährst du mit dem Bus Nr. 36 direkt vor den Eingang.
Merian Gärten in Brüglingen
Weitläufige Wiesen, ein historischer Bauerngarten, alte Obstsorten und schattige Bäume: Die Merian Gärten am Stadtrand sind der perfekte Ort, um ein Buch, eine Decke und einen Picknickkorb mitzunehmen und den Tag einfach treiben zu lassen. Ferienstimmung inklusive.
Anreise mit dem ÖV: Mit dem Tram Nr. 10 bis zur Haltestelle Dreispitz, danach rund fünf Minuten zu Fuss zum Eingang Brüglingerstrasse. Auch das Tram Nr. 14 bis zum St. Jakob bringt dich in Gehdistanz. Von dort aus führt dich der Fussweg am schönen St. Albanteich entlang.
Ermitage Arlesheim
Etwas weiter draussen, aber immer noch bequem erreichbar, liegt der grösste englische Landschaftsgarten der Schweiz. Die Ermitage in Arlesheim verzaubert mit verwunschenen Weihern, Grotten, schmalen Pfaden und der Ruine des Schlosses Birseck hoch über dem Tal. Wenn du durch dieses romantische Tal wanderst, fühlst du dich wie in einer anderen Zeit, dabei bist du nur wenige Tramstationen von der Stadt entfernt.
Anreise mit dem ÖV: Mit dem Tram Nr. 10 ab Basel SBB in rund 20 Minuten bis zur Haltestelle Arlesheim Dorf, danach etwa fünf Minuten zu Fuss bis zum Eingang.
Augusta Raurica
Wer in den Ferien sonst römische Ausgrabungen bestaunt, findet die schönste direkt vor der Haustür. In Augst lässt sich das grösste Römerstädtchen der Schweiz erwandern: durch das antike Theater, vorbei an Wohnhäusern und ins Museum mit dem berühmten Silberschatz. Ein Ausflug in die Antike, und das ganz ohne Flug.
Anreise mit dem ÖV: Mit der S-Bahn S1 ab Basel SBB bis Kaiseraugst, danach rund 15 Minuten zu Fuss. Oder mit dem Bus Nr. 81 ab Aeschenplatz bis zur Haltestelle Augst BL, Stundeglas.
Mit dem Velo: Ferien beginnen schon beim Losfahren
Dem Rhein entlang Richtung Augst
Ab dem Kleinbasler Rheinufer folgst du dem Rheinuferweg flussaufwärts, immer am Wasser entlang, vorbei an Badestellen und Grillplätzen bis hinaus nach Kaiseraugst. Wer mag, verbindet die Fahrt gleich mit einem Besuch in Augusta Raurica und nimmt für den Rückweg die S-Bahn. Eine flache, familienfreundliche Strecke mit ganz viel Sommer am Weg.
Petite Camargue Alsacienne
Nur eine kurze Velofahrt über die Grenze bei Saint-Louis liegt das älteste Naturreservat des Elsass. Zwischen Teichen, Schilf und Auenwald fühlt es sich hier an, als wärst du weit weg. Vogelstimmen, Wasserläufe und stille Wege machen den Ausflug zu einer kleinen Reise, obwohl du in weniger als einer Stunde wieder zu Hause bist.
Durchs Wiesental und die Lange Erlen
Für eine entspannte Feierabendrunde folgst du der Wiese, dem Fluss im Nordosten der Stadt, hinaus ins Grüne. Der Weg führt fast autofrei durch Auenlandschaft und Wald, vorbei am Tierpark Lange Erlen, und lässt sich beliebig verlängern bis nach Riehen oder über die Grenze nach Weil am Rhein
Die schönsten Ferien liegen manchmal direkt vor der Tür
Ob barfuss im Rhein, mit dem Tram ins Grüne oder auf dem Velo über die Grenze: Rund um Basel warten so viele kleine Fluchten, dass für richtige Ferienstimmung kein Koffer nötig ist. Der grösste Luxus dabei ist die Gelassenheit. Kein Stau, keine Warteschlange, kein Rückflug im Nacken, dafür mehr Zeit, um anzukommen und den Sommer vor der eigenen Haustür zu geniessen. Und ganz nebenbei tust du auch dem Klima etwas Gutes: Wer zu Fuss, mit dem Velo oder dem ÖV unterwegs ist, entdeckt die Region entspannt und fast ohne CO2. Vielleicht sind die schönsten Ferien am Ende genau die, für die man gar nicht wegfahren muss.